Lipoproteine
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Welche Lipoproteine gibt es?
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Wie stehen die Lipoproteine untereinander in Verbindung?
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Wo werden die Lipoproteine gebildet?
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Was sind VLDL?
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Was sind LDL?
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Weshalb wird LDL-Cholesterin als "schlechtes"
Cholesterin bezeichnet?
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Welche Faktoren können zu einer erhöhten
Konzentration von LDL-Partikeln im Blut und damit zu einem Anstieg der
LDL-Cholesterinkonzentration führen?
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Gibt es einen "Normalwert" für das
LDL-Cholesterin?
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Wie wird das LDL-Cholesterin bestimmt?
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Was sind HDL?
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Weshalb wird das HDL-Cholesterin als das "gute"
Cholesterin bezeichnet?
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Gibt es "Normalwerte" für das
HDL-Cholesterin?
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Was sagt der Quotient von LDL- zu HDL-Cholesterin
aus?
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1. Was
sind Lipoproteine?
Blut besteht aus flüssigen und festen Bestandteilen. Die
festen Bestandteile stellen die Blutzellen dar (rote Blutkörperchen, weiße
Blutkörperchen, Blutplättchen). Neben diesen festen Bestandteilen gibt es
einen wäßrigen Anteil (Blutplasma oder Blutserum). In diesem flüssigen Anteil
werden unter anderem die Blutfette transportiert. Dies geht nicht ohne weiteres,
da Fette in Wasser nicht löslich sind. Der Körper muß daher einen Weg finden,
die Fette im Blut transportabel zu machen. Dies geschieht u.a. durch eine Umhüllung
mit Eiweißen (Proteinen), den sogenannten Apoproteinen, und bestimmten Fetten,
den Phospholipiden, die einen hydrophilen Anteil aufweisen. Die Kombination aus
Fett (Lipid) und Eiweiß (Apoprotein) nennt man Lipoprotein. [ Nach oben
]
2. Welche Lipoproteine gibt es?
Die Benennung der Lipoproteine erfolgt zum größten Teil
aufgrund ihres Verhaltens bei der Ultrazentrifugation, also entsprechend der
Dichte. Unterschieden werden HDL (high density lipoproteins = Lipoproteine hoher
Dichte), LDL (low density lipoproteins = Lipoproteine niedriger Dichte), IDL (intermediate
density lipoproteins = Lipoproteine intermeditärer Dichte), VLDL (very low
density lipoproteins = Lipoproteine sehr niedriger Dichte). Nicht nach ihrer
Dichte benannt sind Chylomikronen und Lipoprotein (a). [ Nach oben
]
3. Wie stehen die Lipoproteine untereinander in
Verbindung?
VLDL werden in der Leber produziert und ins Blut abgegeben.
Dort entstehen durch Einwirkung der Lipoprotein-Lipase, vor allem in den kleinen
Blutgefäßen im Fettgewebe und der Muskulatur, die IDL. Aus diesen werden u.a.
durch ein Leberenzym LDL produziert. Beim Übergang von VLDL zu IDL wird ein
Teil der HDL gebildet. Die Chylomikronen, die größten aller Lipoproteine,
werden in Dünndarmzellen zusammengesetzt und enthalten die Nahrungsfette. Erst
nach Abbau der Chylomikronen zu Chylomikronen-Remnants können diese, und damit
die Nahrungsfette, in die Leber aufgenommen werden. Lipoprotein (a) weist in
seiner Zusammensetzung eine große Ähnlichkeit zu den LDL auf, zusätzlich
findet sich dort nur ein spezieller Eiweißanteil, das Apolipoprotein (a). [
Nach oben ]
4. Wo werden die Lipoproteine gebildet?
VLDL und Lipoprotein (a) werden in der Leber produziert, IDL
enstehen aus VLDL, LDL aus IDL. Chylomikronen werden in Zellen der Darmwand,
Chylomikronen-Remnants aus Chylomikronen in der Blutbahn gebildet. HDL entstehen
in der Leber und im Darm, auch im Blut beim Übergang zu VLDL zu IDL. [ Nach oben
]
5. Was sind VLDL?
VLDL sind Lipoproteine sehr niedriger Dichte. Sie enthalten
54% Triglyceride, 20% Cholesterin und 16% Phospholipide. Der Eiweißanteil liegt
bei 10%. Sie werden in der Leber gebildet, in die Blutbahn gegeben und
transportieren Triglyceride und damit Fettsäuren zu Fettgewebe und Muskulatur.
Die Triglyceridkonzentration im Blut wird einmal von der Syntheserate der VLDL
in der Leber und zum anderen von ihrem Abbau zu IDL bestimmt. [ Nach oben
]
6. Spielen die VLDL-Partikel bei Atheroskleroseentstehung
eine Rolle?
Diese Frage ist noch nicht endgültig geklärt, obwohl die
VLDL in Makrophagen aufgenommen werden können und pro Partikel mehr Cholesterin
in die Zelle bringen als LDL. Es gibt wahrscheinlich Untergruppen der VLDL, die
bei der Entstehung der Atherosklerose eine Rolle spielen. So sind die
sogenannten ß-VLDL (gealterte VLDL) als Atherosklerose auslösend einzustufen. [
Nach oben ]
7. Was sind LDL?
LDL entstehen im Blut aus IDL. Sie bestehen aus 46%
Cholesterin, 23% Phospholipiden, 10% Triglyceriden und 21% Eiweiß.
Charakteristika der Lipoproteine niedriger Dichte sind der Cholesterinreichtum
und das der Eiweißanteil ausschließlich aus Apolipoprotein B-100 besteht. In
den LDL ist der größte Anteil des Cholesterins im Blut enthalten, d.h. die
Blutcholesterinspiegel sind weitgehend (bei normalen Triglyceridwerten) von der
Menge der LDL im Blut abhängig. Die LDL-Partikel werden von der Leber und
anderen Körperzellen über spezielle Verbindungsstellen (Rezeptoren)
aufgenommen und dort abgebaut. [ Nach oben ]
8. Weshalb wird LDL-Cholesterin als "schlechtes"
Cholesterin bezeichnet?
In normaler Konzentration haben die LDL eine wichtige
Funktion: sie transportieren Cholesterin zu den Körperzellen. Können die LDL
jedoch nicht in ausreichendem Maße aus dem Blut abtransportiert werden,
reichern sie sich dort an, dringen vermehrt in die Blutgefäßwand ein und
werden dort in die Makrophagen (Freßzellen) aufgenommen. Damit wird der Prozeß
der Arterienverkalkung (Atherosklerose) in Gang gesetzt. [ Nach oben
]
9. Welche Faktoren können zu einer erhöhten
Konzentration von LDL-Partikeln im Blut und damit zu einem Anstieg der
LDL-Cholesterinkonzentration führen?
Normalerweise werden LDL-Partikel an die Leber und andere
Zellen mit Hilfe sogenannter Rezeptoren gebunden. Anschließend werden sie in
das Innere der Zelle eingeschleust und dort verstoffwechselt. Die Aufnahme von
LDL-Partikeln aus dem Blut kann durch mehrere Faktoren gestört sein:
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Wenn durch
Vererbung nur die Hälfte oder keine Rezeptoren vorhanden sind, werden zu
wenige LDL-Partikel aus dem Blut entnommen, sie häufen sich daher im Blut
an. Es liegt dann eine familiäre Hypercholesterinämie vor.
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Wird durch die
Nahrung zuviel Cholesterin oder zuviel tierisches Fett aufgenommen, nimmt
die Zahl der Rezeptoren ab. Auch dann kann z.B. die Leber nicht ausreichend
LDL-Partikel aufnehmen.
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Auch die
Bindungsstelle der LDL an den Rezeptor, die im Apolipoprotein B-100 liegt,
kann defekt sein. Es liegt dann ein sogenanntes familiär defektes
Apolipoprotein B-100 vor, eine spezielle Form der Hypercholesterinämie.
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Eine häufige Ursache einer
erhöhten LDL-Cholesterinkonzentration sind mehrere kleine Gendefekte, z.B. in
Enzymen oder Apolipoproteinen. Wird zusätzlich z.B. zuviel Cholesterin oder/und
gesättigte Fettsäuren (tierisches Fett) aufgenommen oder entwickelt sich Übergewicht,
kommt es zu einem unter Umständen deutlich ausgeprägten Anstieg des
LDL-Cholesterin. Man spricht dann von einer polygenen oder gewöhnlichen
Hypercholeserinämie. [ Nach oben ]
10. Gibt es einen "Normalwert" für das
LDL-Cholesterin?
Wenn keine anderen Risikofaktoren vorliegen, sollte das
LDL-Cholesterin unter 155 mg/dl liegen. Bei Vorliegen von Risikofaktoren
(Nikotinkonsum, Bluthochdruck, Diabtes mellitus, familiäre Belastung) unter 135
mg/dl. Bei Patienten nach Myokardinfarkt oder mit koronarer Herzkrankheit werden
Werte unter 100 mg/dl angestrebt. [ Nach oben ]
11. Wie wird das LDL-Cholesterin bestimmt?
Mit Hilfe der Friedewaldformel kann das LDL-Cholesterin aus
dem Gesamt-Cholesterin, den Triglyceriden und dem HDL-Cholesterin berechnet
werden:
LDL-Cholesterin (mg/dl) =Cholesterin– HDL-Cholesterin– (Triglyceride/5)
LDL-Cholesterin (mmol/l)=Cholesterin– HDL-Cholesterin– (Triglyceride/2,2)
Bei Triglyceridkonzentrationen > 400 mg/dl (> 4,5 mmol/l) sollte die
Friedewaldformel nicht angewendet werden.
Die LDL-Cholesterinbestimmung durch die Ultrazentrifugationstechnik ist ein sehr
aufwendiges Verfahren und bleibt daher speziellen Fragestellungen vorbehalten. [
Nach oben ]
12. Was sind HDL?
Die HDL werden im Blut, im Darm und in der Leber gebildet.
Sie enthalten 50% Eiweiß, 18 % Cholesterin, 30 % Phospholipide und 2 %
Triglyceride. [ Nach oben ]
13. Weshalb wird das HDL-Cholesterin als das
"gute" Cholesterin bezeichnet?
HDL sind in der Lage, Cholesterin, das schon in den Gefäßen
abgelagert ist, teilweise wieder zu entfernen und zur Leber zu transportieren.
Von dort wird das Cholesterin entweder direkt oder nach Umbau zu Gallensäuren
über die Galle ausgeschieden. Bei einer hohen HDL-Konzentration ist daher das
Risiko einer dauerhaften Ablagerung von Cholesterin in den Blutgefäßen
geringer. [ Nach oben ]
14. Gibt es "Normalwerte" für das
HDL-Cholesterin?
Je höher die HDL-Cholesterinkonzentration, desto günstiger.
Sie sollte bei Männern möglichst über 35 mg/dl, bei Frauen über 45 mg/dl
liegen. [ Nach oben ]
15. Was sagt der Quotient von LDL- zu HDL-Cholesterin
aus?
Da HDL-Cholesterin der Atheroskleroseentstehung
entgegenwirkt, kann es die ungünstige Wirkung hoher
LDL-Cholesterinkonzentrationen zumindest teilweise aufheben. Der Quotient LDL-
zu HDL-Cholesterin ist daher ein Maß für das Risiko eines Patienten, an den
Folgen einer Fettstoffwechselstörung zu erkranken. Er sollte kleiner als 3
sein. Wenn jedoch keine weiteren Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen
vorliegen, kann auch ein Wert zwischen 3 und 4 akzeptiert werden. [ Nach oben
]
16. Was sind Chylomikronen?
In den Chylomikronen wird das Fett transportiert, das aus dem
Darm aufgenommen wird (Nahrungsfett). Chylomikronen enthalten 1 % Eiweiß, 6 %
Cholesterin, 4 % Phospholipide und 89 % Triglyceride. Chylomikronen werden zunächst
über das Lymphsystem in die Blutbahn transportiert, wo aus ihnen durch die
Lipoprotein-Lipase Triglyceride abgespalten werden. Auf diesem Weg werden die
Chlylomikronen zu kleineren Chylomikronen-Remnants abgebaut, die dann
wahrscheinlich über spezielle Rezeptoren in die Leber gelangen. Nach acht- bis
zehnstündigem Fasten sind keine Chylomikronen im Blut mehr nachweisbar. Die
Halbwertzeit der Chylomikronen im Blut beträgt zwischen 5 und 30 Minuten. [
Nach oben ]
17. Was ist Lipoprotein (a)?
Lipoprotein (a) (Lp(a)) ist ein Lipoprotein, das in seiner
Lipidzusammensetzung dem LDL ähnelt. Bei Konzentrationen über 30 mg/dl ist es
häufiger mit der Atherosklerose assoziiert. Die Frage, wie hohe
Lp(a)-Konzentrationen möglicherweise das Risiko für die Atherosklerose erhöhen,
ist noch nicht geklärt. Lp(a) kann durch die Ernährung oder Medikamente nicht
wesentlich beeinflußt werden. Bei erhöhtem Lp(a) kommt daher die optimale
Behandlung aller anderen Risikofaktoren besondere Bedeutung zu. [ Nach oben
]
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